Über Brasilien

Ein Grundriss

Der Staat Brasilien ist rund 24-mal so groß wie Deutschland und mit mehr als 185 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Nation der Welt. Die Bevölkerung wächst jährlich um 1,3 Prozent.

Das Land erstreckt sich über die Hälfte des südamerikanischen Subkontinents, vom Bergland an der Grenze zu Guyana über den tropischen Regenwald des Amazonasbeckens bis ins La-Plata-Tiefland.

Tropischer Urwald bedeckt rund 40 Prozent der Fläche.

Geschichte

Ab dem Jahr 1500 nahmen die Portugiesen das von rund 900 Ureinwohner-Ethnien bewohnte Land in Besitz. Der Name Brasilien stammt vom Brasilholz, aus dem roter Farbstoff gewonnen wurde.

Rund vier Millionen afrikanische Sklaven wurden nach Brasilien verschleppt und trugen zur Blüte der Zuckerrohr-, Kakao- und Kaffeeplantagen bei.

1822 rief der portugiesische Prinzregent Pedro die Unabhängigkeit aus. Brasilien war Kaiserreich, bis 1889 die Republik proklamiert wurde.

Im 20. Jahrhundert wurde das Land zwischen 1964 und 1985 von Militärdiktaturen regiert. Jede Opposition wurde blutig unterdrückt.

Seit 1988 ist Brasilien eine föderale Republik mit 26 Bundesstaaten. Staatsoberhaupt und Regierungschef ist der Präsident, der alle vier Jahre direkt gewählt wird.

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Brasilien politisch

Soziale Situation

Da dem staatlichen Gesundheitswesen nur wenig Geld zur Verfügung steht, sind viele Krankenhäuser stark renovierungsbedürftig und veraltet. Ein Arzt betreut im Durchschnitt 633 Patienten, 13 % der Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Zu den größten Herausforderungen für die brasilianische Wirtschaft zählen nach wie vor die Inflation und die Kluft zwischen einer wohlhabenden, gut ausgebildeten Bevölkerungsminderheit und der schlecht ausgebildeten Mehrheit, die größtenteils am Rande des Existenzminimums lebt. In der Altersgruppe von 15 bis 64 Jahren sind 12 % lediglich in der Lage, ihren Namen zu schreiben (bei den 50- bis 64jährigen sind es sogar 55 %).  52 % können nur rudimentär lesen und schreiben, ohne den Sinn zu verstehen. Obwohl 88 % der Kinder die Schule besuchen, beenden nur 53,5 % die Grundausbildung von 8 Jahren.

Etwa 30 Prozent der Brasilianer haben laut Angaben der Vereinigten Nationen (UN) weniger als einen Euro am Tag zur Verfügung. Ca. 226 Menschen sterben täglich an Krankheiten und Folgen der Armut.

Zehn Prozent der Farmen verfügen über 80 Prozent des Landes. Ihnen stehen rund fünf Millionen Landlose gegenüber.

Siehe auch: Die Favelas und Rotary in Brasilien